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Logo des Verbands deutscher Industrie Designer

VDID

Verband deutscher Industrie Designer

Der 1959 gegründete Berufsverband feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum. Seit 60 Jahren fördert der Verband einen breiten Dialog zum Industriedesign in der Öffentlichkeit, vertritt Interessen der Mitglieder auf politischen Ebenen und schafft seinen Mitgliedern Räume für Austausch und Weiterentwicklung. In diesen 60 Jahren hat der Verband das Industriedesign mitentwickelt.

60 Jahre

In den Nachkriegsjahren wuchs bei vielen jungen DesignerInnen der Wunsch nach einer berufsständischen Interessenvertretung. Als GestalterInnen wollten sie vereint Ihre Umwelt mitgestalten und eine Beratungsinstanz für Rechts- und Bildungsfragen etablieren. Erste offizielle Gespräche fanden während des Designkongresses in Darmstadt 1957 statt. Seit dem 5. August 1959 ist der Verband deutscher Industriedesigner (VDID) im Vereinsregister Stuttgart registriert. Wenig später, am 21. September 1959 wurde der VDID ordentliches Mitglied des International Council of Societies of Industrial Design (ICSID).

„Damals wie heute versteht sich der VDID als Kompetenzzentrum für seine Mitglieder. Er arbeitet als Mittler zwischen der Industrie und den Designern sowie der Politik und der Wirtschaft.“

vdid.de

VDID Codex

Der VDID Codex fordert in 12 Punkten ein Engagement der IndustriedesignerInnen, das über die täglichen Gestaltungsaufgaben hinausgeht. Der Codex manifestiert berufsspezifische ethische Werte und umschreibt Qualitätskriterien sowohl für Entwicklungsprozesse als auch Ergebnisse. Für alle IndustriedesignerInnen bietet der Codes eine Orientierung und ermutigt jeden zu einer persönlichen Haltung im beruflichen Alltag.

1 Wirkungen gestalten

Die Gestaltung der körperhaften Form bildet den Kompetenzkern der Industriedesignerinnen und Industriedesigner. Sie begreifen das Objekt als ein interagierendes Element innerhalb von technischen, sozialen, kulturellen, ökologischen und ökonomischen Prozessen. Industriedesign ist bewusste Gestaltung von Wirkungen, die mit dem Objekt erzielt werden.

3 Versprechen realisieren

Industriedesigner verpflichten sich zur Integrität ihrer Gestaltung. Die Produkte sind effektiv, sie erfüllen ihre Aufgaben und lösen das Qualitätsversprechen ein, das ihr Design verspricht.

5 Horizont erweitern

Industriedesigner sind als Kreative der Innovation verpflichtet und offen für Veränderungen. Sie bilden sich in den für ihre Profession relevanten Gebieten fort, informieren sich kontinuierlich über das aktuell Machbare und blicken interessiert über Fachgrenzen hinaus.

7 angemessen und fair

Industriedesigner begegnen ihren Kunden, Partnern, Mitarbeitern und Kollegen mit Respekt. Auch in Wettbewerbssituationen folgen sie den Geboten der Angemessenheit und der Fairness.

9 für Toleranz und Vielfalt

Industriedesigner begrüßen die weltweite kulturelle Vielfalt. Das offene, tolerante Nebeneinander von kultureller Tradition und Moderne erachten sie als eine Voraussetzung für eine werteorientierte, menschliche und friedvolle Gesellschaft.

11 berufsständische Kultur

Industriedesigner stehen vor Herausforderungen, die sie am besten ge-meinschaftlich im Berufsstand bestehen können. In ihm verständigen sich Design-Unternehmer und -Angestellte, Design-Lehrer und -Studenten über ihre Verantwortung und die Weiterentwicklung der Profession – im offenen Diskurs, engagiert und ohne soziale Hierarchie. Gemeinsam verfügen allein sie über die Definitionskompetenz für die fachlichen Inhalte des Industriedesigns.

2 für Menschen

Industriedesigner haben den Menschen im Blick. Auch bei der Berücksichtigung vieler anderer Erfordernisse erfüllt das gute Produktdesign immer auch die funktionalen, psychologischen und soziokulturellen Bedürfnisse der Menschen

4 Bewusstsein für Belastungen

Industriedesigner gestalten für die Serienherstellung – in oft großen Stückzahlen – und tragen ihren Teil zur Produktvielfalt bei, die typisch für Industriegesellschaften ist. Der Berufsstand und jedes seiner Mitglieder muss dafür Sorge tragen, dass positive Vielfalt nicht in destruktive Reizüberflutung umschlägt, die das Individuum überfordert, es in seiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigt und damit die Entwicklung der Gesellschaft negativ beeinflusst.

6 engagiert kooperieren

Industriedesigner sind interdisziplinär orientiert. Sie arbeiten aufgeschlossen und motiviert mit anderen Professionen zusammen. Der Erfolg des Produkts entsteht aus der Kompetenz aller Mitwirkenden und der Qualität ihrer Zusammenarbeit mit den Kreativen

8 verantwortungsbewusst und loyal

Industriedesigner wissen um den Einfluss, den ihre Leistung auf den Erfolg von Unternehmen hat. Sie handeln loyal im Bewusstsein ihrer persönlichen Mitverantwortung für das wirtschaftliche Wohlergehen ihrer Auftraggeber und deren Mitarbeiter.

10 nachhaltig unterstützen

Industriedesigner erkennen ihre Mitverantwortung für die Entwicklung von Menschheit und Natur. Sie verpflichten sich dem Dreiklang ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit.

12 Bekenntnis

Das Bekenntnis zu diesen Prinzipien des Handelns von Industriedesignern schließt ein, für ihre Akzeptanz unter Kollegen, in der Wirtschaft, in der Politik und in der Öffentlichkeit zu werben. Dazu gehört auch, sich Konflikten zu stellen, die mit dem Eintreten für die Ethik des Industriedesigns verbunden sind.

Das ethische Manifest der Industriedesigner

Intelligenz der Zukunft

Bevor der Verband stolz auf die letzten 60 Jahre anstößt, ist eine spannende Konferenz mit hochkarätigen Speakern angesetzt. Rund um das Thema künstliche Intelligenz werden verschiedene Perspektiven vorgestellt und in Workshops bearbeitet.

Eingeleitet wird die Veranstaltung durch den Soziologen Prof. Dr. Armin Nassehi (Ludwig-Maximilians-Universität) mit dem Vortrag „Keynote: Die digitale Gesellschaft„. Im folgenden geben Dr. Simon Haddadin (FRANKA EMIKA GmbH), Stephan Rein (IXDS GmbH) und Prof. Dr. Catrin Misselhorn (Universität Göttingen) Impulsvorträge zu Robotik, Tranformationsprozessen und Maschinenethik.

Wir sehen uns in Stuttgart.