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Ist Design ästhetisch?

Ist Design ästhetisch?

ästhetische Erfahungen

Es gibt Bilder, die lassen mich einfach
nicht mehr los.


Durch wilde Reflexionen auf Fassaden, Fensterscheiben oder Schaufenstern vergesse ich gelegentlich den Alltag um mich herum. Dann stehe ich da – gefesselt und fasziniert. In dem Augenblick zücke ich manchmal mein Smartphone und versuche, das Faszinierende festzuhalten.

Ist Design ästhetisch? Gestaltete Objekte werden als mehr oder weniger schön bewertet. Aber immer rufen sie sinnliche Empfindungen - manchmal sogar ästhetische Erfahrungen hervor.

In den Reflexionen spiegelt sich ein Ausschnitt der Wirklichkeit spiegelverkehrt direkt in die Wirklichkeit herein wieder. Durch die Reflexion wird die Abbildung vereinfacht und zugleich komplizierter sichtbar. Die Abbildung wirkt vereinfacht, da das wiedergespiegelte Geschehen lediglich auf die reflektierende Fläche beschnitten wird und die räumlich Tiefe in einer grafischen Komposition abgebildet ist. Gleichzeitig wird das entstehende Motiv durch die Reflexionen – also durch andere hinzu kommende Ebenen – komplexer.

Schönheit ist eine Eigenschaft, die wir Dingen, Situationen oder Lebewesen zuweisen. Wie in einem Spiegelbild zeigen sich in Bewertungen unsere Wertvorstellungen. In ästhetischen Erfahungen können wir uns so in etwas anderem wiederfinden.

Sobald wir etwas Ästhetisches erfahren, vergegenwärtigt sich uns das Erscheinen der Welt (Martin Seel, Die Ästhetik des Erscheinens). Diese ästhetische Begegnung findet überall dort statt, wo wir innehalten und verweilen. Es genügt kein passives Überblicken, vielmehr müssen wir wach und selbstzwecklos beobachten. Mit dem aktiven Betrachten schaffen wir uns unsere eigenen Erfahrungen mit der Situation, dem Ding oder Kunstwerk. Wir „lassen uns auf das Kunstwerk ein“ und gewinnen dadurch unsere eigene Perspektive. Das Betrachtende rekonstruieren wir, und schöpfen es dabei in einem gewissen Rahmen für uns neu. Durch diese Neuschöpfung bringen wir unvermeidlich unsere Emotionen und Erfahrungen mit ein. Wenn diese Erfahrungen nun durch das Wahrgenommene erweitert werden, dann haben besondere Szenen, Dinge und Kunst „uns etwas zu sagen“.

schön


Wir beschreiben mit dem Adjektiv schön, schöner oder am schönsten die angenehme Wirkung von Etwas auf uns. Dinge, Momente oder Lebewesen sind dann ansehnlich, anziehend oder attraktiv.

hübsch


Mit dem Adjektiv hüsch drücken wir einen angenehmen, netten oder reizenden Eindruck aus. Dabei unterstreichen wir mit hübsch aber auch unser Gefallen – „so wie es sich gehört“.

hässlich


Durch das Hass-erregende, gehässige Adjektiv drücken wir unseren Unmut aus. Hässliches widerspricht geltenden Normen, klingt unschön und fühlt sich gemein an.

Ästhetik


Die Ästhetik ist einerseits die Theorie der sinnlichen Wahrnehmung, andererseits die Lehre der Schönheit. Umgangssrpachlich wird Ästhetik als Synonym für Geschmack und Formgefühl oder Kunstverständnis sowie Stilgefühl verwendet.

Kallistik


Das Teilgebiet der Ästhetik widmet sich ausschließlich den schönen Dingen. Kallistik ist die Lehre der Schönheit.

Schönheit


Schönheit ist eine positive Eigenschaft, die wir einem Ding, einer Situation oder einem Lebewesen zuweisen.

Ästhetische Erfahungen sind fruchtbare Momente. Die phänomenalen Präsenzerfahrungen zeigen uns, wie es sich anfühlt ein Mensch zu sein - schön.

In meinem Onlineportfolio sammle ich faszinierende Augenblicke, verblüffende Reflexionen und Bilder, die mich nicht mehr los lassen.

Ästhetische Erfahrungen im Alltag


Sicher; es gibt wichtigere Themen als Ästhetik – Klimawandel, Flüchtlingströme oder Kriege. Allerdings sind viele dieser Themen eng mit unseren Schönheitsvorstellungen verknüpft. Urwälder werden auch für edle Hölzer gerodet. Die Produktion, der Transport und der Vertrieb von Lifestyleprodukten verschlingen grenzenlos Ressourcen. Mir fällt es schwer, zwischen unserem tatsächlichen Bedarf des täglichen Lebens und einem Lifestyle-Bedarf zu unterscheiden. Ein neues Oberteil oder neue Schuhe schützen uns weniger vor Kälte und Schmutz, als dass sie unserer Persönlichkeit einen neuen Schliff verpassen sollen – damit wir uns auf eine andere Art schön fühlen.

Kunstwerke, Designobjekte, banale Dinge oder Szenen mit denen wir ästhetische Begegnungen finden, zeigen uns, dass die Wirklichkeit viel reicher ist, als nur das für uns begrifflich Fassbare. Wenn diese Momente „uns etwas zu sagen haben“ und wir uns in der Welt gegenwärtig fühlen, dann erleben wir uns in einer phänomenalen Präsenzerfahrung. Wir vernehmen Kenntnis von uns in der Welt. Diese Erlebnisse verleihen unserem Dasein keinen Sinn, keine Orientierung – diese Erlebnisse verleihen uns ästhetische Präsenz und empfundene Intensität (Lambert Wiesing, Luxus). In den ästhetischen Erfahrungen wird uns im Sinne eines „fruchtbaren Augenblickes“ offenbart, wie es sich anfühlt, ein Mensch zu sein.

Buchtipps

Lust auf noch mehr ästhetische Erfahrungen?

Prinzip Schönheit

Rolf L. A. Küster

Die Ästhetik des Erscheinens

Martin Seel

Luxus

Lambert Wiesing
ästhetische Erfahungen